Transformation Design

Transformation Design, wie Benutzerzentriertes Design, beginnt aus der Perspektive des Endanwenders. Designer verbringen viel Zeit damit, nicht nur zu lernen, wie Benutzer das System gerade erleben und wie sie das System erleben wollen, sondern auch gemeinsam mit ihnen die entworfenen Lösungen zu entwickeln. Da das Transformationsdesign komplexe Probleme angeht, an denen viele Stakeholder und Komponenten beteiligt sind, ist immer mehr Fachwissen erforderlich, das über den Benutzer und den Designer hinausgeht. Menschen wie Entscheidungsträger, Sektoranalytiker, Psychologen, Ökonomen, private Unternehmen,

Regierungsbehörden und -agenturen, Front-Line-Arbeiter und Akademiker sind eingeladen, am gesamten Designprozess teilzunehmen – von der Problemdefinition bis zur Lösungsentwicklung. Bei so vielen Punkten, die in den Prozess eingebracht werden, sind Transformationsdesigner nicht immer „Designer“. Stattdessen spielen sie oft die Rolle des Moderators.

Diese moderierenden Designer kreieren zwar verschiedene Methoden der Partizipation und Co-Kreation, aber auch kollaborative Workshops (a.k.a. charrette), die den Designprozess für Nicht-Designer zugänglich machen. Ideen aus Workshops werden in der realen Welt mit einer Gruppe von echten Endbenutzern schnell prototypisiert und Beta-getestet. Ihre Erfahrungen und Meinungen der Prototypen werden aufgezeichnet und in die Workshops und die Entwicklung des nächsten Prototyps eingespeist. 

Im Allgemeinen ist Transformationsdesign ein auf den Menschen ausgerichteter, interdisziplinärer Prozess, der wünschenswerte und nachhaltige Veränderungen im Verhalten und in der Form von Individuen, Systemen und Organisationen – oft für sozial progressive Zwecke – herbeizuführen sucht.Es ist ein mehrstufiger, iterativer Prozess, der auf große, komplexe Probleme angewendet wird – oft soziale Probleme.

Seine Praktiker untersuchen Probleme ganzheitlich und nicht reduktiv, um Beziehungen sowie Komponenten zu verstehen, um die Herausforderung besser zu gestalten. Dann prototypieren sie kleine Systeme – bestehend aus Objekten, Diensten, Interaktionen und Erfahrungen -, die Menschen und Organisationen bei der Erreichung einer gewünschten Veränderung unterstützen. Erfolgreiche Prototypen werden dann skaliert.

Da es bei Transformationsdesign darum geht, Design-Fähigkeiten in nicht-traditionellen Gebieten anzuwenden, führt dies oft zu nicht-traditionellen Design-Ergebnissen. Die Projekte haben zur Schaffung neuer Rollen, neuer Organisationen, neuer Systeme und neuer Richtlinien zu führen. Diese Designer sind ebenso geeignet, eine neue Stellenbeschreibung zu gestalten, da sie ein neues Produkt sind.

Dieses aufstrebende Gebiet stützt sich auf eine Vielzahl von Designdisziplinen – Service Design, benutzerzentriertes Design, partizipatives Design, Konzeptdesign, Informationsdesign, Industriedesign, Grafikdesign, Systemdesign, interaktives Design, Erlebnisdesign – sowie Nichtdesigndisziplinen einschließlich Kognitionspsychologie und Wahrnehmungspsychologie, Linguistik, Kognitionswissenschaft, Architektur, Haptik, Informationsarchitektur, Ethnographie, Storytelling und Heuristik.